Schwarze Oliven: fast immer gefärbt

Erhebung der VZS stellt fest, dass in 12 von 15 Fällen „schwarze Oliven“ tatsächlich schwarz gefärbte grüne Oliven sind


Wer schwarze Oliven kauft, ist der Ansicht, dass diese auch natürlich schwarz sind. Nicht selten jedoch färben die Hersteller die noch nicht ganz ausgereiften grünen Früchte künstlich schwarz.

Die Verbraucherzentrale Südtirol hat 15 verschiedene schwarze Oliven kontrolliert – in verschiedenen großen und kleinen Supermärkten, Discountern sowie in Bioläden. Auf den Verpackungen stand jeweils „schwarze Oliven“ zu lesen, doch fand sich in 12 davon der Farbstabilisator „gluconato ferroso“ (auch bekannt als E579 bzw. Eisen-II-Gluconat). Auf den gefärbten Oliven fehlte der klare Hinweis, dass es sich um geschwärzte grüne Oliven handelte, statt um reife schwarze Oliven. Die VerbraucherInnen erfahren somit nur die halbe Wahrheit über das von ihnen gekaufte Produkt. Von den nicht gefärbten Oliven waren zwei biologische Produkte.

„Aus dem Etikett sollte klar ersichtlich sein, ob es sich nun um echte schwarze Oliven handelt oder nur um grüne, welche künstlich schwarz gefärbt sind“, fordert VZS-Geschäftsführer Walter Andreaus. „Ansonsten werden den VerbraucherInnen über den Inhalt des Produkts getäuscht.“

Was ist der Unterschied zwischen grünen und schwarzen Oliven?

In grünen Oliven stecken mehr Mineralstoffe und mehr Wasser. Dadurch haben sie nur 130 Kalorien pro 100 g. Sie sind fest, schmecken bitter bis scharf. Schwarze Oliven reifen länger, sind reicher an den wertvollen einfach ungesättigten Fettsäuren. Dadurch haben sie aber auch 350 Kalorien pro 100 g. Im Geschmack sind sie weicher und milder. Das Olivenöl wird aus den reifen Früchten gepresst. Je reifer die Oliven, desto milder schmeckt das Öl.

Doch warum werden sie eigentlich geschwärzt?

Der Vorgang des Färbens verbessert weder den Geschmack noch verlängert er die Haltbarkeit der Oliven. Geschwärzt wird meistens, weil die reifen, schwarzen Oliven für eine maschinelle Entkernung bereits zu weich sind. Auch sind Ernte und Transport der reifen schwarzen Oliven wesentlich aufwendiger und von deutlich mehr Verlust geprägt als die der unreifen grünen Früchte.

Wie wird geschwärzt?

Geschwärzt werden grüne Oliven mit Eisensalzen wie zum Beispiel Eisengluconat (E579, im italienischen gluconato ferroso) oder Eisenlaktat (E585). Die hierbei verwendeten Zusatzstoffe werden aus Milchsäuren gewonnen und gelten nicht als Farbstoffe, sondern sind rein lebensmittelrechtlich der Gruppe der Stabilisatoren untergeordnet. Da sie gesundheitlich unbedenklich sind, dürfen sie zur Verfärbung der grünen Früchte verwendet werden.

Woran erkennt man gefärbte Oliven?

Es ist schwer, die schwarz gefärbten Oliven zu erkennen, denn die Produktbezeichnung darf einfach nur „schwarze Oliven“ lauten (ein Hersteller vermerkt auf der Verpackung der gefärbten Oliven sogar „Olive nere tutte naturali“).
Um herauszufinden ob es sich nun um gefärbte oder um schwarze Oliven handelt muss man sich die Zutatenliste genau durchlesen:
  • sind die Oliven gefärbt, muss der Zusatzstoff in der Zutatenliste angegeben werden.
  • Eisengluconat (E 579)oder Eisenlactat (E 585) weisen auf die künstliche Schwarzfärbung hin.
  • Auch geschmacklich kann man Unterschiede erkennen: die grünen Oliven schmecken wesentlich intensiver als die reife Variante und haben ein festeres Fruchtfleisch. Zudem hat der Kern noch die grünliche Färbung.
  • Wer lieber zu ausgereifte, weiche und echte schwarze Oliven greifen möchte, kann zu Bio-Oliven greifen. Diese dürfen nämlich laut Gesetz nicht eingefärbt werden und erspart sich somit die Suche nach dem Kleingedruckten.
Jedenfalls wurden die Ergebnisse der Erhebung den zuständigen Kontrollbehörden übermittelt.


Medien-Information
Bozen, 12.08.2015